Besuchsbericht 2025

Am Abend des 11.07.2025 starten mein Mann und ich nach Tansania. Unser Flug geht über Dubai nach Daressalam, von dort weiter nach Kilimanjaro Airport,
Bestückt mit reichlich Gepäck landen wir am Kilimanjaro Airport. Dort wurden unsere Koffer gründlich kontrolliert, wir hatten viele Geschenke für beide Schulen dabei. Von sehr strengen Kontrollen am Kilimanjaro Airport hatten wir bereits gehört, daher hatten wir einen Flyer des Tansania Fördervereins im Gepäck. Dieser konnte jedoch von den Verantwortlichen nicht gelesen werden. Die Frage für wen das wohl alles sei konnten wir beantworten, aber man glaubte uns nicht so recht. Es war sehr hilfreich, dass James Somi und Edward I. Nassari auf uns warteten. James Somi durfte nach einer Körperkontrolle und dem Ausleeren sämtlicher Taschen den Bereich der Gepäckkontrolle betreten und erklären, dass wir kommen um Kindern in Tansania zu helfen und nicht um Geschäfte mit den Geschenken im Koffer zu machen.

Geduldig warteten Edward Nassari(der Schulleiter) Betshaza Kamwela (ein Lehrer), Rev. Elita John Akyoo (die Pastorin) James und Lilian Somi(Dirktoren der Jaligreen Pre &Primary School) vor dem Flughafengebäude auf uns.
Als endlich alle Koffer inspiziert waren durften wir mit dem Gepäck passieren. Der Empfang war sehr herzlich und wir machten uns auf den streckenweise sehr holprigen Weg nach Ngarenanyuki. Wir hatten erwartet, die Schüler am nächsten Morgen zu treffen. Jedoch wurden wir von einer jubelnden, spalierstehenden Schülerschar erwartet und begrüßt. Es war ein sehr bewegender Moment.
Wir lernten Sarah, die Ehefrau von Edward, kennen und bezogen unser Zimmer im Haus des Schulleiters. In diesem Zimmer haben wir schon einmal gewohnt. Wir fühlen uns herzlich willkommen und gleich heimisch. Es ist sehr spät geworden und nach einer üppigen Mahlzeit mit der Mary, die Schulsekretärin, uns erwartet hatte, gehen wir schlafen.
Am nächsten Morgen machen wir nach dem Frühstück einen Rundgang über das Schulgelände. Es wirkt auf mich alles sehr viel sauberer und aufgeräumter als noch vor drei Jahren, meinem letzten Besuch an der Schule. Diesen Eindruck haben wir auch in den naturwissenschaftlichen Klassenräumen. Es ist Sonntag, doch auf Wunsch von Edward kommen der Chemielehrer Kipoin Mollel und der Physiklehrer Betshaza Kamwela um uns kleine Lektionen zu geben. Es macht uns viel Freude.
Danach begehen wir die Klassenräume. In allen Klassen sind Schüler, um zu lernen.
Form 1a und Form 1b tragen grüne Schuluniformen, Form 2 tragen braune, Form 3 blaue und Form 4 tragen rote Schuluniformen.
Auch die Schlafräume der Jungen sind aufgeräumt und sauber. Edward räumt ein, dass im Sanitärbereich der Jungenschlafhäuser einige kleine Reparaturen nötig sind. Der Schulsprecher und ein weiterer Junge sind für die Ordnung in den Jungenschlafhäusern zuständig. Einige Räume werden uns aufgeschlossen. Sie machen auf uns einen guten Eindruck. Auch hier stelle ich eine deutliche Verbesserung der Verhältnisse zu 2022 fest. Die Pflanzen im Innenhof sind grün und werden offensichtlich gewässert, wenn nötig. Der Innenhof der Mädchenschlafhäuser ist ebenfalls grün. Auch hier sind die Zimmer sauber und aufgeräumt. Die Mädchen haben ihre Wäsche, die sie selbstverständlich selbst waschen, zum trocknen aufgehängt. Hier liegt die Aufsicht über die Häuser bei Sarah und der Matron, Mama Joshua, die schon seit vielen Jahren die Mädchen betreut.
Um 13 Uhr beginnt der Gottesdienst in der mit Schülern und dem Staff gefüllten Dininghall. Rev. Elita John Akyoo hält die Predigt, es wird gebetet, gesungen und am Ende tanzen wir mit einer kleinen Gruppe einen traditionellen Tanz.
Ich habe am Ende des Gottesdienstes die Möglichkeit zur Begrüßung und die Grüße vom Vorstand des Tansania Fördervereins zu überbringen. Die Aussage, dass es nicht nur um Geld geht in einer Partnerschaft, sondern auch der Austausch, das Lernen voneinander und die Begegnungen miteinander ebenso wichtig sind, werden durch den Applaus der Anwesenden begrüßt. Besonderen Applaus gibt es als ich die Besuchergruppe des Kopernikus Gymnasium Bargteheide und unsere finanzielle Unterstützung für einen Ausflug der Schüler, gemeinsam mit der Gruppe aus Bargteheide in den Arusha Nationalpark ankündige.
Auf dem Weg zum Lunch treffen wir einen alten Mann, der uns herzlich begrüßt. Ich kenne ihn nicht. Es ist der ehemalige Watchman Kaaya, er bittet mich Grüße an Mama Ursula und Dr. Ilmberger auszurichten. Nach dem Lunch haben wir ein wenig Zeit um mit Edward zu sprechen, später kommt Mr. Robert, der Schulleiterassistent, dazu. Wir trinken gemeinsam Kaffee.
Es sind noch nicht alle Schüler nach den Ferien wieder eingetroffen. Die letzten Schüler werden in den nächsten Tagen erwartet. In Form 1 sind jetzt 70 Schüler, die Klasse wurde geteilt. 74 Schülerinnen besuchen die Schule, das ist ein großer Anteil an der Gesamtschülerzahl von 170 Schülern. Edward berichtet, dass die Bohnen geerntet wurden und im Silo eingelagert sind. Der Ernteertrag reicht für ca. 4 Monate. In der Küche lagern Zwiebeln zum Trocknen. Sie wurden vor kurzem geerntet. Der Mais auf den Feldern soll in ein paar Tagen geerntet und eingelagert werden. Die Wasserkraftturbine arbeitet zuverlässig. Zu einem Treffen mit Bishop Kitoi wird es nicht kommen, er sei zu beschäftigt. Bei meinem letzten Besuch 2022 hatte der Bischof auch schon keine Zeit Vertreter des Tansania Fördervereins zu treffen. Am 20. Juni waren endlich Ingenieure von der techn. Universität in Arusha in Ngarenanyuki um den Clever-Inverter und die Batterien zu inspizieren. Edward wartet jetzt auf ihren Bericht, um die Maßnahmen und Kosten zur Reparatur der Anlage ermitteln zu können.
Die Nanofilteranlage ist noch immer nicht in Betrieb, da sie falsch angeschlossen wurde. Auch die Regenrinnen an den Jungenschlafhäusern sind nicht korrekt installiert worden. Edward weiß um diese Missstände und will alles in Ordnung bringen, aber kann nur Stück für Stück die Mängel beseitigen, die durch seine Vorgänger verursacht wurden. Die Maismühle hat wieder einen Motor und arbeitet, auch dass Betonblockprojekt möchte Edward neu beginnen. Am Abend bereiten wir Briefumschläge für die Bonuszahlungen für die Lehrer vor. Mary hat die waschbaren Monatsbinden für die Mädchen direkt beim Hersteller in Arusha bestellt.
Danach treffen wir uns mit den Form 4 Schülern im Schulgarten. Es wurde eine kleine Ackerfläche vorbereitet, auf der wir Kohl (Sukuma wiki) für die Schüler pflanzen. Auf einer Fläche vor dem Schulleiterbüro pflanzen wir einen Orangen- und einen Avocadobaum.
Am nächsten Morgen wollen wir nach dem Frühstück mit Frank, dem Fahrer in die Maasaisteppe nach Ngabobo fahren. Auf dem Weg zum Auto bitte uns Edward die Eltern von Tumaini zu begrüßen. Sie sind gekommen um sich für die Unterstützung durch Pateneltern zu bedanken. Nur dadurch ist es für die Familie möglich Tumaini in die Schule gehen zu lassen. Sie sind sehr dankbar dafür. Sie sprechen nur Kisuaheli, wir verstehen ihre Worte nicht, aber wir verstehen ihre Dankbarkeit durch ihre herzlichen Gesten. Sie sind einen weiten Weg auf dem Motorrad gefahren, nur um uns zu treffen. Ein anderer Vater kommt, um das Schulgeld zu bezahlen und seine Tochter kurz zu sehen. Auch er begrüßt uns herzlich und zeigt seine Dankbarkeit für die Unterstützung zur Entwicklung der Ngarenanyuki Secondary School. Seine Tochter wird nicht durch Pateneltern gefördert.
Es ist trübes Wetter und es ist kalt. In der Maasaisteppe ist es sehr staubig und trocken, wir sehen keinen grünen Strauch, doch leben hier Maasaifamilien unter für uns unvorstellbaren Bedingungen. Wir sehen neue Gebäude mitten in der Steppe. Edward erklärt, dass die Regierung verstärkt auch in entlegenen Gebieten Primary Schools baut. Für die Kinder bedeutet es kürzere Schulwege. Die Qualität des Unterrichts können wir nicht beurteilen. Wir steigen an zwei Hütten aus, junge Männer sitzen vor den Hütten und tun aus unserer Sicht nichts. Ein Hund streift um die Hütte. Edward kennt die Männer unterhält sich kurz mit ihnen, wir dürfen Fotos machen. Der Blick in die Umgebung lässt uns ehrfürchtig werden vor dem Leben dieser Menschen. In der Ferne sehen wir ein paar Kühe, die wahrscheinlich von kleinen Jungen gehütet werden.
Einige Frauen bringen mit Eseln Wasser für die Tiere. Getränkt werden die Tiere durch die Männer. Das Wasserholen und Feuerholzsammeln sind immer noch typische Arbeiten, die neben Kinder gebären, von den Frauen und Mädchen verrichtet werden.
Uns wird wieder einmal bewusst, was für ein gutes und bequemes Leben wir leben dürfen. Auf dem Rückweg sehen wir eine Frau beim Bau einer Hütte, auch das ist die Aufgabe der Frauen. Die Männer haben die Kühe und ihre Töchter, die hoffentlich einen guten Brautpreis einbringen (möglichst viele Kühe). Wir kommen an der Wasserstelle vorbei. Wir sehen nur Frauen und Kinder mit Eseln, die die gefüllten Wasserkanister tragen.
Wir kommen am Farmland der Schule vorbei und halten. Dort treffen wir James Somi. Die Ackerflächen des Farmlandes sind gänzlich mit Mais bepflanzt, der in einigen Tagen geerntet werden soll. Angrenzend an das Farmland liegt das große Wasserreservoir, das James Somi hatte ausheben lassen um die Felder mit Wasser über Tröpfchenbewässerung zu versorgen. 2022 war die Tröpfchenbewässerung nicht mehr funktionsfähig. Die Schläuche für die Bewässerung liegen in einem Raum des Farmhauses, das zur Schule gehört. Das System will Edward wieder nutzen und hofft, dass er die Schläuche noch verwenden kann. Unterhalb des Farmhauses, dass etwas höher gelegen ist, wurden Zwiebeln angebaut, die bereits geerntet sind. Dort wachsen jetzt Paprikapflanzen, die schon kleine Früchte tragen.
Wir gehen noch hoch zum Wasserreservoir und finden das Rohr, das als Ablauf für die Bewässerung dient. Das Wasserreservoir ist höher gelegen, so dass das System ohne den Einsatz einer Pumpe genutzt werden konnte. Eine Pumpe wird nur benötigt um das Reservoir aus der Wasserversorgung des Dorfes zu füllen, wenn die Regenfälle ausbleiben.
Wir fahren zurück zur Schule, die Staffmitglieder erwarten uns zum Lunch. Nach dem gemeinsamen Essen übergebe ich die Bonuszahlungen an die Angestellten der Schule.
Alle sind sehr dankbar. Jetzt wird die gegrillte Ziege gebracht und wir teilen Mbuzi mit allen Staffmitgliedern. Doch der Tag hat noch ein weiteres Highlight. Wir gehen hinunter zum Fußballplatz. Es sind schon diverse Schüler dort versammelt. Es haben sich Schülerteams zu einem „Team Peter“ und einem „Team Christa“ gebildet und treten gegeneinander an. Es macht Zuschauern, wie auch Spielern und Fangruppen großen Spaß. „Team Peter“ gewinnt, aber „Team Christa“, da sind wir uns im Team einig, war die bessere Mannschaft. „Team Peter“ hatte eben einfach mehr Glück und hat ein Tor mehr erzielt. Ein wunderbarer Tag geht zu Ende.
Die Monatsbinden wurden von der Bibliothekarin in Arusha abgeholt und wurden ins Schulleiterhaus gebracht.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen versammeln sich die Mädchen auf dem Appellplatz. Wir übergeben die Päckchen mit Monatsbinden an die Mädchen. Einige Mädchen nehmen die Pads(4 Stck/Pack.für 8.000Tsh, ca 3€) selbstbewusst entgegen, andere sind schüchtern, zum Teil verschämt. Es ist ein sensibles Thema, aber die Mädchen sind dankbar. Sie haben jetzt waschbare Pads, die sie immer wieder verwenden können und müssen keine Einmalprodukte für 50.000Tsh (ca. 16€) mehr kaufen, die sie sich oft nicht leisten können, weil ihnen das Geld dafür fehlt. Die Folge davon ist , dass sie an diesen Tagen dem Unterricht fernbleiben. Wir verabschieden uns von den Schülern und dem Staff. Nachdem die Mädchen ihre Pads in ihre Schlafräume gebracht haben gehen sie wieder in den Unterricht.
Ich habe den Gesamteindruck gewonnen, dass die Ngarenanyuki Secondary School wieder auf dem richtigen Weg ist mit Edward I. Nassari als Schulleiter.

James Somi ist in der Zwischenzeit gekommen, um uns nach Nkoasenga abzuholen. Er nutzt die Gelegenheit, sich den Schülerinnen auf dem Appellplatz vorzustellen und ihnen ermunternde Worte zu sagen, wie z.Bsp. dass sie Präsidentin werden könnten, warum auch nicht?
In der Jaligreen Pre&Primary School werden wir von der Schülerschaft mit Fähnchen und Gesang begrüßt, die Schüler freuen sich auf uns. Hier findet seit gestern ein Seminar der Mwangaza NGO aus Arusha statt. Es geht um gewaltlose Kommunikation. Das Interesse der Eltern war so groß, dass 2 Tage angesetzt wurden. Heute sind 30 Eltern hier, gestern war die Gruppe größer. Wir erleben nur die letzte Stunde, das Team von Mwangaza besteht aus 3 Personen, die zu dem Thema referiert haben. Die Eltern erhalten noch ein Mittagessen und fahren dann nach Hause. Die Kosten für die Verpflegung während des Seminars trägt Mwangaza. Die neue Dininghall ist ein idealer Raum für so eine Veranstaltung.
Wir treffen uns zum Lunch im Büro. Danach begehen wir einen Teil des Schulgeländes,
begehen den Garten, sehen die Betonblockpresse und den Mischer, James will auch in Jaligreen Betonblocks produzieren. Die Maschinen wurden von einem Paar aus Italien gespendet. James hat noch viel vor. Wir fahren nach Nkoasenga zum Haus von James und Lilian und beziehen unser Zimmer. Zum Dinner kommt Eliza vorbei und isst mit uns. Beatrice, die Schwester vom James Somi arbeitet in Jaligreen und hilft Lilian zuhause. Auf dem Schulgelände haben wir auch Julius schon getroffen. Eliza und Julius sind Brüder von James.
Am nächsten Morgen fahren wir zur Schule und besuchen die einzelnen Klassen. Weiter geht es zum im Bau befindlichen Gebäude für die Naturwissenschaften. Hierfür erhielt James Unterstützung von Ilena und Claudio, dem Paar aus Italien. Nach der Fertigstellung wird hier das Physiklabor untergebracht sein, z.Zt. lagern hier Bohnen zum Trocknen. Unmittelbar angrenzend entsteht die Secondary School. Die Mauern stehen bereits, bald kann der Dachstuhl aufgebaut werden. Hier werden die Büros, das Chemielabor und die Klassenräume entstehen. Der ehemals geplant Standort für die Gebäude wurde nach ergiebigen Regenfällen aufgegeben. Die Senke hatte sich in einen See verwandelt.
Wir starten nach Arusha um Geld zu wechseln und das Tansanite Museum zu besuchen. Hier ist es deutlich wärmer als in Nkoasenga. Nach einem Lunch in der Stadt machen wir uns auf den Weg zurück. Um 17 Uhr hat James einen Besuchstermin mit dem ehemaligen Bishop Akyoo vereinbart. Kingori, der Wohnort von Bishop Akyoo liegt auf dem Weg zurück nach Nkoasenga. Wir haben ihn 2008 kennengelernt und freuen uns, dass es ihm gut geht. Wir lernen seine Frau kennen, leider spricht sie nur Kisuaheli. Er berichtet uns, dass er den Plan hatte einen großen Pool auf seinem Grundstück zu bauen, damit Kinder Schwimmunterricht erhalten können. Auch für ältere Menschen wäre es durchaus gesund zu schwimmen. Jedoch die unklare Finanzierung hat ihn bewogen, erst einmal Schweine zu züchten. Er hat viele Ferkel in den Gattern bei den Muttersauen. James bestellt gleich Ferkel für Jaligreen. Nach einem gemeinsamen Dinner fahren wir zurück nach Nkoasenga. Es war wieder ein schöner Tag. Wir sind erst gegen 22.30 Uhr zurück und gehen zügig schlafen.
Der Tag der offiziellen Übergabe des Mädchenschlafhauses bricht an. Der Beginn ist für 10 Uhr geplant. James ist für Vorbereitungen schon früh aufgebrochen. Während unseres Frühstücks ruft James an, dass sich der Beginn auf 11.30 Uhr verschiebt. Um 12 Uhr geht es endlich los. Die Schüler haben sich versammelt und mit Musik folgen wir den Schülern zum Mädchenschlafhaus. Es sind viele Gäste da, auch der Bürgermeister und der zuständige Beamte für Schulen im District sind gekommen. James hält eine Ansprache. Es ist meine ehrenvolle Aufgabe die Tafeln zu enthüllen, die an der Gebäudewand angebracht sind. Nach dem Durchschneiden der Banderole am Eingang öffnet Faradja, die Matron, die Tür und wir betreten das Gebäude. Im Vorraum stehen viele Schuhpaare akkurat aufgereiht. Der Raum der Matron hat eine eigene Dusche und Toilette. Der Schlafsaal ist mit 28 doppelstöckigen Betten ausgestattet. 56 Mädchen zeigen stolz ihr Bett in dem sie schlafen. Der Raum ist vollständig ausgelastet. Geplant waren 20 Doppelstockbetten. Am anderen Ende des Gebäudes befinden sich 2 Toiletten und 3 Duschen. Die Sicherheit, die das Schlafhaus den Mädchen bietet hat die Nachfrage von Eltern für die Aufnahme von Mädchen deutlich erhöht. James musste schon Mädchen für das Internat ablehnen, weil die Kapazität des Hauses bereits erschöpft ist. Zum zweiten Teil der Zeremonie gehen wir gemeinsam zur Dininghall. Vor dem Eingang wurden die tansanische Fahne, die deutsche Fahne, eine Fahne mit dem Logo des Tansania Fördervereins und eine Fahne mit dem Logo von „Ein Herz für Kinder“ gehisst. Die Nationalhymnen wurden gespielt und gesungen. Die Dininghall ist schön geschmückt und die Tische sind für das gemeinsame Essen vorbereitet. Die Schüler tragen vor, was sie mit ihren Lehren für diesen besonderen Tag einstudiert haben. Es ist sehr berührend. James bedankt sich bei den Schülern. Nach meiner Rede übergeben wir die Pullover an die Kinder. Monika Muckel, eine Freundin von James und Lilian hat uns bei der Beschaffung der Pullover unterstützt. Auch uns werden Geschenke überreicht. Danach gibt es Lunch für alle. Es ist Zeit für Gespräche, doch die Dininghall leert sich schnell. Wir lassen den Tag mit einem kurzen Besuch bei Jonas und Maria, Bruder und dessen Frau von James, ausklingen.
Philip, ein junger Maasai, der an der Makumira Secondary School sein Examen gemacht hat, hat den Wunsch an einer Universität in Indien Medizin zu studieren. Er spricht mich direkt an und bittet um weitere Unterstützung. Die Universität hat seine Bewerbung akzeptiert, er kann die Studiengebühren nicht aufbringen. Z.Zt. arbeitet er als Lehrer an der Jaligreen Pre & Primary School um sich ein wenig Geld zu verdienen. Wir wollen in Kontakt bleiben und ich werde versuchen, einen Weg zu finden, um ihm zu helfen.
Am nächsten Tag treffen wir uns mit den Staffmitgliedern zum Frühstück in der Jaligreen Pre & Primary School. James ist schon früh nach Kingori gestartet. Wir sind längst in der Schule, aber es dauert bis James mit einem seiner Söhne zurück kommt. Er bittet uns in sein Büro und strahlt, er ist weitergefahren nach USA River um dort im Büro des District Gouverneurs einen Brief abzuholen, den man nur ihm aushändigen durfte. Er hat vom Bildungsministerium in Dodoma die Erlaubnis erhalten, in Jaligreen eine Secondary School einzurichten. Die Secondary School hat die Erlaubnis erhalten, auch Schüler mit Handicap auszubilden. Der Bau der Gebäude ist schon in vollem Gang, im Januar soll die Secondary School starten. Seine elf Schüler aus Class 7 könnten die ersten Schüler der Secondary School sein. Nach dieser großartigen Nachricht gehen wir in die Dininghall zum geplanten Frühstück. Ich habe die Gelegenheit die Umschläge mit den Bonuszahlungen zu übergeben und die weiteren, mitgebrachten Geschenke den Lehrern zu übergeben, die dann die Zahnbürsten- und Zahnpastaspenden von Frau Dr. Lotz bei Bedarf ausgeben sollen. Springseile, Kugelschreiber, Socken, Gummitwist und Fußschleudern werden ausgepackt. Mein Mann hat die Idee die Spielgeräte vorzuführen. Er und Lilian steigen ins Gummitwist. Alle Staffmitglieder springen Gummitwist. Es wird viel gelacht und applaudiert, alle haben Spaß zusammen. James nutzt die Gelegenheit seinem Team die Neuigkeit mitzuteilen. Die Staffmitglieder stehen auf, applaudieren und freuen sich mit ihrem Schulleiter. Nach dem Frühstück besuchen wir Monika Muckel in ihrer Tulusia Lake Lodge. Eine neue sehr gepflegte Anlage mit Gästehäusern.
Unser letzter Tag beginnt. Wir packen unsere Koffer, es muss unbedingt ein Eimer voll Avocados mit ins Gepäck und Platz für Maiskolben muss bleiben. Alles passt hinein wir haben noch Zeit uns zu unterhalten. Jonas kommt noch vorbei, um sich von uns zu verabschieden. Unser Abflug wurde verschoben, wir starten erst um 21.50 Uhr vom Kia. James, Lilian und Ebenezer bringen uns zum Kia. Auf dem Weg zum Flughafen machen wir einen kurzen Umweg zu Bishop Akyoo in Kingori. Er gibt uns Briefe für Frau Brandt und Dr. Ilmberger mit. Wir erfahren, dass im August 2026 Bischofswahlen turnusgemäß stattfinden. Seine Frau war heute im Krankenhaus, nachdem sie umgeknickt war. Ihr Bein ist eingegipst, das Wadenbein ist angebrochen. Sie überreicht uns ein Geschenk, ein Maasai-Tonkopf, der jetzt auch noch ins Gepäck muss. Bei der Sicherheitskontrolle gab es ein kurzes Problem, als mein Mann erwähnt das es ein Geschenk von Bishop Akyoo ist, dürfen wir passieren. Zur Verabschiedung zum Flughafen sind Edward, Mary und Kipoin Molell gekommen. Noch eine letzte herzliche Umarmung zum Abschied. Wir versichern wiederzukommen.
Sarah ist wegen ihrer Schwangerschaft und der Straßenverhältnisse nicht mitgekommen. Im Oktober soll das Baby geboren werden.
Wir hatten eine schöne Zeit und kommen sicher noch einmal wieder. Doch nun freuen wir uns auf unsere Familie auf Sansibar.

Christa Arps